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30.09.2015 - Kirchenaustritt - Stein des Anstosses
Mein persönlicher Stein des Anstosses für den Kirchenausstritt
*** Als ich im Jahr 1989 mit damals 27 Lebensjahren endlich aus der katholischen Kirche austrat, war der ausschlaggebende Grund dafür die Lektüre des hochspannenden Buches ‹Das Kreuz mit der Kirche - Sexualgeschichte des Christentums› von Karl-Heinz Deschner (geboren am 23. Mai 1924 in Bamberg; gestorben am 8. April 2014 in Haßfurt). Beim Lesen bzw. Verschlingen dieses packenden Tatsachenberichtes pendelte meine Befindlichkeit eins ums andere mal zwischen dem blankem Entsetzen über die Ungeheuerlichkeiten der geschilderten Ausartungen, Hemmungslosigkeiten und Widerlichkeiten und der brutalen Ernüchterung über die Realität der kirchlichen Verlogenheit hin und her. Denn das Ausmass der darin festgehaltenen und im Detail nachgewiesenen geschichtlichen Tatsachen war für mir zu dieser Zeit in seiner Tragweite und Ungeheuerlichkeit nicht wirklich bewusst. Karlheinz Deschner galt seit langem als der treffsicherste Kritiker erstarrter Kirchendogmen. Das Buch beschreibt die Unterdrückung des geschlechtlichen Lebens durch die christlichen Kirchen. Deschner schildert die Entstehung der Mönchs- und Nonnenorden, die peinlichen Verirrungen der Askese und die oft unglaublichen Verdrängungserscheinungen innerhalb der Klöster. Er analysiert die Ursachen des Zölibats und seine Folgen. Die Unterdrückung der Frau, die Verunglimpfung der Ehe, die Verpönung der Lust. Ehebruch, Ehescheidung, Empfängnisverhütung, Abtreibung, sexuelle Sünden werden hier in ihrem Ursprung und ihren aktuellen Bezügen behandelt. Private Neurosen, das unglückliche Leben des Einzelnen und die Massaker an ganzen Völkern führt der Autor nicht zuletzt auf die fehlgeleitete christliche Moral zurück. Jedem Mensch, der mit dem Gedanken spielt, aus der Kirche auszutreten, aber noch aus Angst vor göttlicher Strafe, aus Gründen des Ansehens, aus Angepasstheit heraus usw. den Schritt noch nicht zu vollziehen wagt, sei dieses Buch empfohlen, denn es schildert schonungslos und detailgetreu die zutiefst bigotte und krankhafte Sexualmoral der Katholischen Kirche, die sich seit dem Mittelalter im Prinzip nicht geändert hat. Daran ändern auch scheinbar weltoffene und populäre Päpste wie der aktuelle Pontifex Franziskus alias Jorge Mario Bergoglio nichts, denn auch diese vertreten in Wahrheit immer noch eine zutiefst wahrheits- und menschenfeindliche Ideologie und müssen mit Fug und Recht als reissende Bestien im Schafspelz genannt werden. Das nachfolgende Gedicht sowie die Karikatur sind treffende Beispiele für die Doppel- resp. Unmoral der Kirchen.

Christen-Wahnsinn
Der Christen voller Jammer packt mich an,
seh’ ich den Schelmenblick von diesem Mann,
wie brünstig er ein Stückchen Brot begafft
und also mimt, er sähe darin Gottes Kraft.
Der Christen-Wahnsinn liegt in diesem Blick,
der heucheln will von Christenglaubens Glück.
Aus dieser kranken Demuts-Heuchelei
hör’ ich der Ketzer grellen Todes-Schrei !
Ich seh’ der schwarzen Todespfähle Kranz,
der Flammen-Zungen mörderischen Tanz -,
schreiende Weiber im schwefelgelben Dampf,
darin der weißen Leiber Todes-Kampf.
Wie hat der Christen Wahn die Welt versehrt,
wie grausam hat er Menschheits-Leid vermehrt.
In tiefe Nöte hat er Weib und Mann gestürzt,
der Herrscher-Macht die Mittel noch gewürzt.
Die Christen-Hure gab sich jedem willig hin,
im Sinn stand ihr der nackte Macht-Gewinn.
Mönche, Pfaffen, Päpste -, ein einziger Vampir,
ein Leib der vielen Glieder geiler Gier.
Den Fürsten, Königen, Kaisern war’s zu Nutz,
die Christen-Konfessionen adelten den Schmutz.
Jedes Verbrechen - es war dann wohl getan -
wenn auch die Kirche erlangte freie Bahn.
So mordeten und raubten Hand in Hand,
der Klerus mit der Staats-Macht im Verband.
Die Feinde durften sie ins Unrecht setzen,
von „bösen Heiden“ wusste man zu schwätzen.
Christliches-Abendland -, 2.000 Jahre Plagen,
gefüllt von Lügen und mit Verbrecher-Sagen.
seht nur den Kardinal der auf die Hostie schaut,
und saget an, ob’s Euch dabei nicht graut ?

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