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Bildungsarbeit im Amazonasgebiet; Berichte zum Aufbau einer Fernschule am Rio Napo;Projektbeschreibung Kakaoanbau und weiteres; Schulbildung und menschliche Begleitung bei der Entwicklung der eigenen Kräfte sind absolute Mangelware, in die keiner „investieren“ will. Für die, die investieren wollen, stören die Menschen hier eigentlich nur, genau wie für manche Umwelt- und Naturschutzorganisationen, die gern von einer „intakten“ Natur träumen. Die soll hier erhalten oder geschaffen werden vorbei an den Einheimischen.
Kategorie: Private Websites  Branche: Arbeit & Soziales
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11.04.2010 - Eine Fernschule im Regenwald Ecuadors
Bilder von Schein und Sein - Wie verwirklicht man moderne Schulbildung im Regenwald?

Wir stehen bis zu den Waden im Wasser, rostigem Wasser, in einem großen alten Metallboot, das ausrangiert auf der Sandbank vor der Dorfanlegestelle liegt. In der einen Hand halte ich meine Schuhe, damit die nicht nass werden, über der Schulter den Rucksack, über dem Arm ein weißes T-Shirt und in der anderen Hand die Digitalkamera. Ich muss irgendwie die Hände freibekommen und balanciere mich durch das Boot zur Spitze, wo ich auf einem Brett meine Sachen abstellen kann. Mit Digitalkamera und T-Shirt wate ich wieder zurück ans andere Ende des Bootes, wo Alex auf mich wartet. Das alte Boot ist der einzige Ort, den wir hier in ein Fotostudio verwandeln können, denn eine große grüne Plastikplane, die wir mit einem Stückchen Kordel, das wir am Boden des Bootes finden, an eine Holzstange binden können, gibt uns einen Studio-Hintergrund, fast echt. Alex zieht das weiße T-Shirt über, denn Passfotos für die Einschreibung zur Fernschule müssen den Vorschriften entsprechen und deshalb die Schuluniform zeigen oder zumindest ein weißes T-Shirt. Wie gut, dass das Foto nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit zeigt. So bleiben Alex Beine im rostigen Wasser und auch die Aufhängung der Plastikplane außen vor. Klick – ein Foto – ich will ein zweites zur Sicherheit und weil grad ein Stück vom Hintergrund verrutscht ist – sssss – Batterie leer. ...
Dies sind nur die kleinen Schwierigkeiten am Rande, wenn man versucht, tief im Regenwald Ecuadors Bildung in Form einer Fernschule zu verwirklichen. Denn auch hier am „Ende der Welt“, wie die Menschen selber sagen, möchten die Menschen Teil der modernen Welt sein, die hin und wieder vor ihrer Haustür im Schnellboot vorbeiflitzt und von den Schätzen ihres Bodens lebt. Sie ringen darum, dort hineinzukommen und vergessen darüber oft die Kraft ihrer eigenen Wurzeln. Sie geben sich selbst auf, um dann festzustellen, dass sie trotzdem aus der westlichen Welt ausgeschlossen werden.
Schulbildung und menschliche Begleitung bei der Entwicklung der eigenen Kräfte sind absolute Mangelware, in die keiner „investieren“ will. Für die, die investieren wollen, stören die Menschen hier eigentlich nur, genau wie für manche Umwelt- und Naturschutzorganisationen, die gern von einer „intakten“ Natur träumen. Die soll hier erhalten oder geschaffen werden vorbei an den Einheimischen.
In diese Situation hinein möchte unsere Fernschule wirken. Sie wurde vor 10 Jahren von der katholischen Kirche eingerichtet und kämpft mit vielen Schwierigkeiten, um indianischen Jugendlichen und Erwachsenen die mittlere Reife oder das Abitur zu ermöglichen. Die Schüler/innen müssen in ihren Häusern, die in den Büchern gestellten Aufgaben alleine oder in Gruppen lösen. Zweimal pro Woche treffen sie sich im Dorfzentrum mit einem Tutor oder einer Tutorin, die auch gerade erst auf dieselbe Art Abitur gemacht hat, um Fragen zu stellen und auf Erklärung zu hoffen.
Viel Geduld und Zeit sind erforderlich, um die vielen kleinen und großen Schwierigkeiten zu meistern. Doch viel Zeit haben die Naporuna hier nicht mehr, denn schon steht die Erdölindustrie vor ihrer Haustüre und sie werden gezwungen weitreichende Entscheidungen zu treffen, die Zukunft ihres Volkes bestimmen. So versuchen sie sich möglichst schnell fit zu machen, um als selbstbewusste, gleichberechtigte Verhandlungspartner respektiert zu werden.

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